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wie Barfußlaufen den Fuß verändert

Barfußlaufen bei Kindern

Barfußlaufen

 

Eines der wohl am häufigsten diskutierten Themen über Kinderfüßen ist die Frage „Ist Barfußlaufen für Kinder gesund?“. Dazu möchten wir hier mal alle wichtigen Fakten zusammenzählen und Euch erklären worauf es bei diesem Thema ankommt.

 

Fangen wir mit dem Fuß an

 

Der Fuß besteht aus 28 Knochen (Sesambeinchen mitgezählt) 33 Gelenken über 20 Muskeln und über 100 Bänder. Wir legen mit ihm im Durchschnitt ca. 7000 Schritte am Tag zurück. Ein Leben lang tragen sie uns und umrunden dabei mehrere Male die Welt. Nirgends sonst haben wir so viele Poren wie auf der Fußsohle. Der Fuß besitzt zwei Gewölbe. Einmal das Längsgewölbe und einmal das Quergewölbe. Die haben die Funktion bei jedem Schritt zu dämpfen damit die Bodenreaktionskraft nicht direkt auf die Knie geht. Die knöcherne Struktur ist in sich gewunden und stützt sich selber ab. Ähnlich wie ein gewrungenes Handtuch. Ihr merkt es handelt sich hierbei um eines der komplexesten Werkzeuge die unser Körper besitzt. Dabei besteht der Fuß anfangs im Säuglingsalter noch überwiegend aus Knorpel. Erst im späteren Alter wird der Knorpel umgewandelt in Knochengewebe. Solange ist der Fuß in seiner Form noch veränderbar. Jegliche weiteren Veränderungen sind jetzt nur noch aufgrund von Bänderschwächen, äußeren Einflüssen, Krankheiten (z.B. Diabetes) und Folgen von zu hoher Beanspruchung festzustellen.

 

Unterscheidung zwischen dem Barfußgang und dem Gang mit Schuhen

 

Bereits sehr früh werden unsere Füße in Schuhe eingepackt. Sie sollen uns wärmen, schützen oder besseren Halt bieten. Dabei erlernen wir das Abrollen über die Ferse. Man setzt zuerst mit der Ferse auf, rollt über das Quergewölbe ab hin zu den Ballen. Über die Großzehe stoßen wir uns dann vom Boden ab. Doch was hat dieser Ablauf nun mit den Schuhen zu tun?

Dadurch das fast alle Schuhe am Absatz höher liegen als am Ballen berührt dieser Teil des Schuhs zuerst den Boden. Und damit auch die Ferse. Würden wir keinen Absatz haben würden wir zuerst mit dem Ballen aufsetzen, dann ganz leicht mit der Ferse aufsetzen und wieder über die Ballen und der Großen Zehe abstoßen.

Somit kommen wir zu dem Barfußgang. Das charakteristische am Barfußgang ist wie oben beschrieben der Ablauf und die Belastung dabei. Es wird hier der Ballen deutlich mehr belastet als die Ferse. Der erste Punkt der den Boden berührt ist nicht die Ferse, sondern der Ballen. Die Dämpfung geschieht hierbei durch das Längs- und Quergewölbe sowie durch das obere Sprunggelenk. Damit wird die größte Kraft vom Knie genommen.

 

Wie ändern sich meine Füße, wenn ich barfuß laufe?

 

Zu allererst wird das Längsgewölbe deutlich ausgeprägter, es bildet sich Hornhaut, die gesamte Fußmuskulatur wird straffer und der Gang wird sicherer. Wir werden unempfindlicher an den Füßen aber gleichzeitig nehmen wir die Reize und den Untergrund auf dem wir laufen wesentlich besser war.

 

barfußlaufen

Umso früher umso besser…

 

Je früher man mit dem Barfußlaufen beginnt – und damit meinen wir nicht den ganzen Tag barfußlaufen – umso schneller werden Bänder, Muskeln und Sehnen gestärkt und es wird Fußdeformitäten vorgebeugt. Wenn Ihr also Euer Kind bereits früh angewöhnt das es bei gutem Wetter auch mal Barfuß in den Garten gehen kann wird es die Fußmuskulatur ungemein stärken und das gesamte Empfinden des Kindes stärken. Es beugt sogar Rückenproblemen vor. Durch die veränderte Haltung wird die Wirbelsäule besser entlastet. Das verringert die Kräfte die auf sie wirken und schont somit die Bandscheiben. Durch die Reize die über die Fußsohle aufgenommen werden und über die Reflexbögen und Verschaltungen im Körper zu den Organen weitergeleitet werden folgt ebenso eine positive Stimulation.

 

Gibt es auch negative Aspekte beim Barfußlaufen

 

Leider muss man aber auch ganz klar sagen, dass auch durchaus negative Veränderungen folgen können. Diese wären zum Beispiel, dass man sich deutlich leichter Verletzungen zuziehen kann. Ebenfalls wirkt sich das Barfußlaufen auf hartem Untergrund schlecht auf unsere Knie aus. Jeder Stoß geht direkt aufs Knie (beim Aufsetzen mit der Ferse). Durch die Schuhe wird uns diese Fehlende Dämpfung abgenommen. Ein weiterer Aspekt bei dem aufgepasst werden muss ist, wenn Empfindungsstörungen an der Fußsohle bestehen wie zum Beispiel das bei Diabetes der Fall ist. Durch das fehlende Empfinden und die mangelnde Durchblutung sollte man es vorher mit einem geeigneten Arzt abklären.

 

Wann macht Barfußlaufen also einen Sinn und wann nicht?

 

Barfußlaufen mach dann einen Sinn, wenn wir die Möglichkeit haben auf weichen Untergründen wie Sand, Laub, Waldboden, Wiesen etc. zu laufen. Hier kann die Fußmuskulatur arbeiten und wir belasten unseren Körper nicht unnötig. Sollten keine Möglichkeiten bestehen auf solchen Untergründen zu laufen sollte darauf auch verzichtet werden. Die Gefahr sich an den Füßen zu verletzen und sich andere Gelenke durch fehlende Dämpfung kaputt zu machen ist zu groß.

 

Fazit

 

Das Barfußlaufen muss gelernt sein und ist auch nicht für Jedermann. Fakt ist jedoch, dass die meisten Fußdeformitäten erworben sind. Eines der Gründe Nummer 1 ist, dass zu viele Kinder zu kleine Schuhe haben. Der Fuß wird eingeengt, die Bänder werden nicht mehr belastet, genauso wie Muskeln und Sehnen und die Folge ist, dass sich diese Strukturen zurückbilden und der Fuß deformiert. Barfußlaufen beugt dem ganzen vor. Durch die heutigen Gegebenheiten können wir aber auf Schuhe sowohl bei den Kleinen als auch bei uns selber nicht verzichten. Daher ist die Kontrolle der Schuhgröße alle 1-3 Monaten unverzichtbar.



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